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Die neue Radstrecke – IRONMAN Austria Klagenfurt

Der Ironman Austria Klagenfurt bekommt 2019 eine neue Radstrecke. So oder so ähnlich stand es in der E-Mail kurz nachdem der Ironman Austria Klagenfurt 2018 Geschichte war und ich mich für 2019 angemeldet hatte. “So ein scheiß” war ehrlich gesagt meint erster Gedanke. Ich mochte die alte Radstrecke, den zwei-Runden Kurs bin ich im Training des öfteren gefahren. Einmal zumindest. Die Strecke macht mir Spaß weil es eine gute Mischung aus flachen Stücken und Steigungen ist. Aber gut, die Radstrecke des Ironman Klagenfurt ist nun einmal neu, damit muss ich leben und sie spätestens am 07. Juli 2019 ein zweites Mal fahren. Wie es mir bei der ersten Fahrt erging und ich die Strecke finde, versuch ich euch nun so genau wie möglich zu schildern.

Vorab sei gesagt, dass ich die Strecke auch anhand meiner Trainingsdaten analysiere und beschreibe. Während ich die Radstrecke abgefahren bin, habe ich diese in sechs Laps eingeteilt. Also immer pro Stunde ein Lap abgedrückt. Kleiner Spoiler für euch: Für die letzte “Runde” habe ich keine Stunde benötigt. Gesamt waren es 5:36:41 Stunden.

Offizielle Radstrecke Ironman Austria Klagenfurt 2019

Bevor ich über die neue Radstrecke spreche, ist zu erwähnen dass es dazu eine offizielle Strecke, sowie auch eine Trainingsstrecke gibt. Teile der neuen Radstrecke – in Richtung St. Veit Kilometer 12- 37 – führen nämlich über die Schnellstraße und diese kann bzw. sollte vorab natürlich nicht mit dem Rad befahren werden. Finde ich es gut, dass man Teile der Strecke so nicht fahren kann im Training? Naja, ist beziehungsweise war ja beim 70.3 Ironman in St. Pölten auch schon der Fall. Als bekennender Liebhaber der alten Strecke, welche zur Gänze vorab gefahren werden kann zwar kein Minuspunkt für den neuen Teil, Pluspunkt gibt es dafür aber auch keinen. Das PDF und die GPX-Daten zur offiziellen Ironman Austria Klagenfurt Radstrecke könnt ihr euch hier runterladen: Strecke PDF und GPX. Hier seht ihr die Ansicht zur offiziellen Rennstrecke.

Kleine Info vorab: Wie ihr in der Grafik links unten auch vielleicht schon erkennen könnt sind es gesamt 1490 Höhenmeter auf 180 Kilometer Radstrecke. Die GPX-Daten für euren Radcomputer zur Trainingsstrecke findet ihr hier zum Download. Dem Training vorab steht somit nichts mehr im Wege. Kann also losgehen.

Radstrecke Stunde 1 und 2 – Über Klagenfurt und St. Veit bis Feldkirchen

Zunächst sei einmal gesagt, dass der Screenshot aus meinen Aufzeichnungen leider nicht so gut ist. Was ihr aber tun könnt ist mein Training genau anzusehen. Die Daten dazu habe ich euch öffentlich zur Verfügung gestellt und zwar hier. Dort könnt ihr dann über Google die Strecke nach verfolgen. In Stunde eins ging es also von Klagenfurt – Standbad – in Richtung St. Veit., wo es nach Kilometer drei bis vier gleich einmal einen kleinen Anstieg in Richtung Hallegg gab. Der Anstieg war durchaus zu verkraften, aufpassen sollte man aber nur wenn es auf der anderen Seite wieder bergab Tultschnig und Wölfnitz geht. Vor allem übermotivierte Agegrouper sehe ich hier schon einige im Graben liegen. Die langsamen Bergauffahrer, aber dafür umso schnelleren Bergabfahrer haben hier Hochsaison und werden bestimmt ihr bestes geben. Von Wölfnitz bis St. Veit wird die Strecke ziemlich langweilig. Langweilig weil eher kaum Zuschauer am Straßenradn stehen werden. Wie auch, von Kilometer 12 – 37 wird niemand auf der Schnellstraße stehen. Angekommen in St. Veit geht es dann in Richtung Hunenbrunn wo erneut ein kleiner Anstieg wartet. Danach geht es wieder nach St. Veit und wahrscheinlich durch die Innenstadt? Weiß ich nicht genau. Sollte dies aber der Fall sein, dann freue ich mich jetzt schon #NOT auf den gepflasterten Weg. Zumindest Zuschauer wird es dort geben beziehungsweise ich würde mir welche erwarten. Stunde eins habe ich etwas verspätet mit 1.01.18 abgedrückt und mit 32.8 km/h Schnitt beendet. Da sollte aufgrund der Tatsache, dass der offizielle Teil über die Schnellstraße führt, noch etwas drinnen sein. Da geht also noch etwas.

Runde zwei von St. Veit bis Feldkirchen ging ganz gut. Leichte Anstiege, gefühlt relativ flach aber laut meinen Aufzeichnungen doch 247 Höhenmeter. Jedenfalls war mit einem Schnitt von 31.6 km/h auch dieser Abschnitt nach einer weiteren Stunde geschafft.

Radstrecke Stunde 3 – Von Feldkirchen nach Klagenfurt

Stunde 3 führt von Feldkirchen nach Klagenfurt und erwartet euch mit einigen Höhenmetern. Insgesamt waren es nach Stunde drei und 90 Kilometer etwas mehr als 600 Höhenmeter. Laut meinen Aufzeichnungen natürlich. Abweichungen gibt es immer, aber ich denke, ihr bekommt eine Idee von der Strecke.

Die Radstrecke führt wie ihr auf der Karte unten sehen könnt in Richtung Moosburg wo es nach dem Kreisverkehr nicht rechts weg in Richtung Krumpendorf geht, sondern hoch in Richtung Tigring. Danach wieder hinunter Richtung Ponfeld bevor es eine Wende gibt und ihr wieder zurück zum Kreisverkehr müsst um schlussendlich in Richtung Krumpendorf abbiegen zu können. Ab da erwarten euch dann noch einige Höhenmeter bis ihr dann endlich den ersten Teil der 180 Kilometer geschafft habt.

In Klagenfurt wieder angekommen, habt ihr nicht nur den ersten Teil der Strecke geschafft, sondern damit auch die “neue Radstrecke” hinter euch. Kurz möchte ich noch auf den zweiten Teil der Radstrecke – den alten Teil – eingehen, bevor ich euch dann mein persönliches Feedback überwiegend zum neuen Teil als Fazit zusammenfasse.

Radstrecke Stunde 4 bis 6 – Klagenfurt – Faaker See – Rupertiberg und zurück

Die restlichen 90 Kilometer der Radstrecke des Ironman Austria Klagenfurt sind den meisten durchaus bekannt nehme ich an, oder nicht? Die Radstrecke führt euch entlang des Südufers am Wörthersee vorbei und über Selpritsch und Rosegg in Richtung Faaker See. Bevor ihr aber einen wunderschönen Blick auf den See werfen könnt, erwartet euch der Aufstieg nach dem Kreisverkehr, kurz nach Graschitz und vor der Ortschaft Egg am Faaker See. Insgesamt waren es 287 Höhenmeter in Stunde vier und diese eigentlich hauptsächlich an dieser Stelle würde ich meinen, da es sonst wirklich nur kleinere Anstiege gibt ( Reifnitz etc.). Dieser Anstieg war dann schon recht spürbar in den Beinen muss ich zugeben. Vor allem weil ich wusste, dass der gefürchtete Rupertiberg ja noch wartet.

In Stunde fünf auf der Radstrecke war ich, wie ihr wieder sehen könnt, damit beschäftigt mich in Richtung Rupertiberg zu begeben und ihn dann auch zu bezwingen. Oben angekommen war Stunde fünf auch schon wieder rum und weitere 390 Höhenmeter am Tacho. Ok, durchatmen und Gas geben lautet die Devise. Wer den Ruperti geschafft hat, der muss nur mehr nach Hause fahren. Mit 38 km/h Schnitt fuhr ich die restlichen 22 km dann auch ziemlich zügig fertig. Wie ihr euch denken könnt ist die Strecke ziemlich schnell und überwiegend bergab zu fahren.

Die neue Teilstrecke – Mein Fazit

Wenn ich über die neue Radstrecke nachdenke werde ich irgendwie diesen üblen Beigeschmack nicht los, dass einfach eine neue Strecke her musste weil Platz für 1000 Teilnehmer mehr benötigt wurde. Auf einer Strecke mit zwei Mal 90 Kilometer und 1000 Teilnehmer mehr wäre es bestimmt etwas enger geworden. Auf den neuen 180 Kilometer muss der Profi oder schnellere Agegrouper zwar die “langsameren” Teilnehmer nicht mehr überholen aber hey, war nicht das gerade das geile daran?

Ich hätte mich gefreut wenn ich heuer von einer Daniela Ryf auf der Radstrecke überholt worden wäre. Da hätte ich vielleicht sogar noch überlegt, ob ich nicht heimlich mein Handy mit auf die Radstrecke nehme nur um ganz schnell ein Selfie im vorbeifahren – sie wäre wohlgemerkt an mir vorbei gefahren – zu machen. So werde ich das Handy wohl doch zuhause lassen, oder soll ich damit Motivations-Podcasts hören, damit ich mich ob der fehlenden Zuschauer auf dem neuen Teil der Radstrecke nicht doch ganz alleine fühle?

Keine Ahnung. Es tut mir zwar leid und vielleicht bin ich was diese Veränderung anbelangt auch ein wenig nostalgisch, aber ich kann mich mit dem neuen Teil der Strecke nicht anfreunden. Teile der Streckenführung kommen mir so vor als wurden sie einfach noch zusätzlich hinzugefügt, weil man ja bis Klagenfurt zurück auf die 90 km kommen muss. Ich bin der Meinung dass die Änderung der Strecke viel mit den 1000 neuen Teilnehmern zu tun hat und darunter leidet. Dass das Schwimmen UND die sowieso schon sehr enge Laufstrecke ebenfalls darunter leiden, das ist ein anderes Thema.

Ihr könnt euch ausrechnen welches monetäre “Potential” 1000 Teilnehmer mehr für den Veranstalter haben. Klar, die Umwegrentabilität für Klagenfurt ist natürlich auch zu berücksichtigen. Mir geht es hier aber hauptsächlich um das Gefühl welches ich als Sportler habe und leider hält sich meine Euphorie für die neue Radstrecke hier leider in Grenzen.

Meine subjektive Meinung

Wie bei allem würde ich euch aber bitten, dies hier nur als meine reine subjektive Wahrnehmung zu sehen. Fragt ihr zehn verschiedene Sportler bekommt ihr bestimmt zehn andere Meinungen. Ich hoffe zumindest, dass ich euch abgesehen von dem Fazit mit meinen Erläuterungen zum neuen Teil der Radstrecke etwas helfen konnte.

Wie immer gilt für mich: “Macht’s a bissl Sport und bleibt’s gsund!”

Euer Markus aka derSteira

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