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70.3 Ironman Barcelona – Ganz nett aber nicht noch einmal

70.3 Ironman Barcelona

Also gut, ihr wollt also wissen, wie es mir beim 70.3 Ironman Barcelona gefallen hat? Naja, der Titel des Blogs beantwortet die Frage im Grunde ja schon. War ganz nett. Da “nett” aber bekanntlich die Schwester von “scheiße” ist, war es dann wohl nicht ganz so nett wie ihr euch denken könnt. Nicht ganz so nett empfand ich es aus verschiedenen Gründen. Gründe die keineswegs meine Begleitung betreffen. Wem also “ganz nett” als Erklärung und Rennbericht noch zu wenig ist, der darf gerne weiterlesen. Wem es wiederum aber reicht,  Hasta luego!

Reise nach Barcelona – Fliegen mit Radkoffer

Drei Tage vor dem 70.3 Ironman Barcelona, welcher am Sonntag, 19. Mai in Calella – zirka eine Stunde von Barcelona entfernt – stattfand, ging es erstmals mit dem Bus – VW Bus – zum Flughafen nach Venedig. Soweit so gut.

An dieser Stelle möchte ich gleich schon ein fettes DANKE an Lisa aussprechen, die mir den Radkoffer geborgt hat. Der hat mir und vor allem meinem Bike quasi das Leben gerettet. Beim Radkoffer fing das Problem der Reise aber auch schon an und meine Harry Potter-Zornesfalte wurde dementsprechend strapaziert. Erstens ist es umständlich mit Radkoffer, Rucksack (Handgebäck) und kleinem Koffer zu reisen. Ich mag es einfach nicht. Zu viele Dinge auf die ich achten muss. Zweitens, und das könnte eigentlich der erste und wichtigste Grund sein, warum ich es nicht mag, musste ich das Bike zerlegen, einpacken, auspacken, zusammenbauen, wieder zerlegen und einpacken und zuhause dann wieder auspacken und zusammenbauen. Sorry Leute, nicht mit mir. Ich liebe mein Bike aber es ist nicht mein Leben und sobald es so einen großen Teil meiner freien Zeit in Anspruch nimmt, mag ich es nicht mehr. Übertreibe ich jetzt? Gut, vielleicht ein wenig aber was ich damit sagen will, überlegt es euch gut!

Hinzu kommt noch, dass dem Personal am Flughafen eure Bikes anscheinend sch… egal sind. Bemerkt hatten wir es in unserem Apartment, als Mario sein Bike auspackte und ein Teil kaputt war. Ihr könnt euch vorstellen wie lustig dass dann war dieses Teil zu besorgen. Eines noch! Das Mietauto solltet ihr, wenn ihr nicht gerade alleine unterwegs seid, auch nicht zu klein auswählen. Wir hatten einen Ford C-Max gebucht und ich sag mal so, ein Blatt Papier hätte es zusätzlich noch schwer gehabt bei uns im Auto.

70.3 Ironman Barcelona – Organisation

Nachdem wir angekommen waren, nutzen wir den kommenden Tag um unsere Startunterlagen und Lauf- und Rad-Bags abzuholen. Organisiert war der 70.3 Ironman Barcelona durchaus sehr gut muss ich zugeben. Ehrlich gesagt hab ich mir aber auch nichts anderes erwartet. Wer wenn nicht die, sollten wissen, wie so ein Event funktioniert. Wie ich beim Schwimmstart mitbekommen hatte, war dies zudem auch schon die sechste Auflage des 70.3 Ironman Barcelona. Organisation war also gut. Bei der Tages- bzw. Rennlizenz für den Bewerb nehmen sie dir noch einmal € 20 ab, aber dafür bekommt man auch einen coolen Rucksack. Will man zum Ausgang, muss man ebenfalls durch den Merchandise-Shop wo natürlich fast keiner ohne irgendeinen Artikel raus geht. Ich muss zugeben, ich bin selbst zum Merchandise-Opfer geworden, passt aber so. Hab mir ein T-Shirt – auf der Rückseite stehen im großen Ironman-Logo die Namen der Starter, also auch meiner – und ne Kappe gekauft. 70 Euro leichter schafften wir es dann auch aus dem Zelt. Bei insgesamt 3000 Startern war da auch die Tage zuvor sehr viel los.

Die Organisation war also in Summe sehr gut finde ich. Auch die Verpflegung danach im Zelt, hinter dem Zielbereich, war wirklich sehr gut. Das Race-Briefing ebenfalls. Alles wurde verständlich und gut mit Karten für die Schwimm-, Rad-, und Laufstrecke erklärt.

Am Tag vor dem 70.3 Ironman Barcelona stand für uns noch einmal Schwimmen, Radfahren und Laufen am Trainingsplan. Nur kurze Einheiten natürlich. Wichtig war uns vor allem das Schwimmen. Ich kann euch sagen, diese Wellen sind schon eine echte Herausforderung. Da freue ich mich direkt schon auf den Ironman in Klagenfurt Anfang Juli. Abgesehen von den hohen Wellen, schmeckt mir Salzwasser auch nicht unbedingt und nach 1900 Meter hab ich überhaupt keine Lust mehr darauf.

Schwimmen

Der Tag X war also gekommen. Vielleicht vorab anzumerken wäre, dass dies die bereits zweite Halbdistanz innerhalb von sieben Tagen war. Die Woche zuvor starteten Mario und ich, wie einige von euch vielleicht wissen, beim Halbdistanz-Triathlon in Zadar. Den Rennbericht dazu, findet ihr auf Travitude – dem Blog von Falkensteiner Hotels, wo zusätzlich jedes Monat einen Artikel rund um die Themen “Sport & Healthy Living” schreibe. Dass der 70.3 Ironman Barcelona anstrengender wird als der in Zadar, das wussten wir zumindest schon vorab. Das Höhenprofil prophezeite uns nämlich insgesamt zirka 1300 Höhenmeter auf 90 Kilometer Radstrecke wohingegen es in Zadar “nur” zirka 450 waren.

Die Zielzeit von 4 Stunden 29 Minuten und 53 Sekunden wird also nicht zu schlagen sein. Wollte ich auch nicht und wäre leistungstechnisch auch nicht drinnen gewesen. Mit einer Wassertemperatur von 16 Grad war das Schwimmen in Barcelona ungefähr dem von Zadar ähnlich. Einziger Unterschied waren die vielen Athleten. Da war schon wirklich was los im Wasser. Ich muss zugeben, vor allem bei den Bojen hatte ich echt bedenken, ob ich nicht K.O. geschlagen werde und untergehe. Klingt jetzt vielleicht blöd, aber wer schon einmal bei so einem Bewerb gestartet ist, kann es mir vielleicht nachempfinden. Ziel war es eigentlich beim Schwimmen etwas schneller zu sein als in Zadar. Vor allem an den Stellen wo dann aber wirklich viel Athleten waren, nahm ich das Tempo etwas raus und war nur heil froh, als ich wieder an Land war. Es sind zwar rund herum Rettungsboote, aber ganz ehrlich, die würden einen nicht sehen wenn man untergeht.

Leider ist anscheinend auch ein sechzigjähriger Mann beim Schwimmen an einem Herzinfarkt gestorben, wie wir nach dem Rennen erfahren haben. Das tut mir natürlich unendlich leid. An dieser Stelle sei dann auch wieder einmal kurz erwähnt, dass die Gesundheit am wichtigsten ist und nicht die Zielzeit.

70.3 Ironman Barcelona

Radstrecke – hätte ich ein Mountainbike mitnehmen sollen?

Schwimmen und Laufen war gut, dem Thema Radstrecke muss ich hier aber eine eigene Überschrift widmen, da dies einfach nur – entschuldigt den Ausdruck – scheiße war. Die Radstrecke ist ehrlich gesagt auch der Grund warum mich der 70.3 Ironman Barcelona nicht mehr interessiert und ihr es euch ganz genau überlegen solltet, ob ihr euch das antun wollt. Die Höhenmeter waren nicht das Problem. Vielmehr war es der teilweise wirklich katastrophale Zustand der Straße. Temposchwellen soweit das Auge reicht, Löcher in der Straße, teilweise kurz ab vom Asphalt und gefühlt nicht einmal einen Meter breite Absperrungen die uns von den Straßen auf den Autos schützen sollten und als “Strecke” dienten. Zwischenzeitlich kam mir aber wirklich das Lachen, als ich daran denken musste, dass sich die Leute über die Radstrecke beim Ironman Klagenfurt aufregen. Ihr solltet mal nach Barcelona fahren.

Achja, Thema Drafting hab ich noch nicht erwähnt. Teilweise kam es mir nicht mehr wie ein Rennen vor, sondern eher mehr wie eine Gruppenausfahrt hier in Kärnten, wo sich jeder im Windschatten des Anderen bis zur nächsten Kaffeepause rettet und Energie spart. Die schnellen Bergab-Fahrer waren natürlich auch wieder am Start. Diese sah man im Verlauf des Rennens dann wie gewohnt öfter, den bergauf verstummten die Sprücheklopfer wieder. Ach wie ich sie liebe. Zum Schluss sei auch noch kurz meine eigene Dummheit erwähnt. In der Wechselzone vom Schwimmen zum Radfahren hatte ich nämlich meinen Chip vergessen. Radzeit gibt es offiziell daher keine ( inoffiziell laut meiner Uhr 3:49 Stunden) und deshalb auch keine Wertung in der Altersgruppe usw.

70.3 Ironman Barcelona

Laufen

Laufen war Ok. Kann ich eigentlich nicht’s wirklich negatives sagen. Da uns für den Sonntag eigentlich Regenwetter prognostiziert wurde, dann aber doch zumindest die Sonne schien, war ich ganz zufrieden. Im Vergleich zu Zadar eine Woche davor fand ich, dass es wenige Labestationen gab. In Summe glaube ich vier Stück, was ich aber grundsätzlich nun auch nicht als wenig bezeichnet würde, nur eben im Vergleich.

Gott war ich froh, als ich dann auf der letzten Runde rechts abbiegen durfte und es nur mehr 100 Meter bis ins Ziel waren. “Stoppt nicht eure Uhr und konzentriert euch auf ein super Finisher-Foto”, so die Ansage des Typen der das Race-Briefings machte. Ich, der ja immer für ein gutes Foto zu haben ist, hab diesen Rat natürlich befolgt und was war das Resultat? Zwei hässliche Finisher-Fotos – vl liegt es auch an mir – und eine Zielzeit von 5 Stunden und 4 Sekunden. Ja genau, fucking 4 Sekunden. Ich hab zum Schluss wirklich nicht mehr auf die Uhr gesehen und habe natürlich auch nicht geahnt, dass ich so knapp an der unter 5 Stunden-Marke vorbei bin. Aber gut, hilft ja nix.

Ergebnis und Resümee

Was soll ich sagen? Der ganze Aufwand mit dem Radkoffer war und ist mir ehrlich gesagt echt zu blöd. Zu Mario meinte ich: “Beim nächsten Mal einfach Laufschuhe einpacken, irgendwo hinfliegen und einen Marathon laufen”. Geht schneller und ist stressfreier. Schwimmen und Laufen war wie gesagt eh in Ordnung. Die Radstrecke muss ich wirklich nicht mehr fahren. Da ich nun die Medaille des 70.3 Ironman Barcelona und das Finisher-Shirt sowieso in meiner Tasche habe, muss ich auch nicht mehr zurück. Ob ich nach dem Ironman in Klagenfurt heuer noch eine Halbdistanz mache, weiß ich noch nicht. Reizen würde es mich schon. Die Anstrengund ist ehrlich gesagt wirklich überschaubar. Klingt vielleicht überheblich, aber beim Schwimmen und Laufen bin ich meiner Meinung nach noch nicht an meine Grenzen gegangen. Im Ziel war ich zwar schon froh, dass ich es geschafft hatte, aber all-out sieht anders aus und wirklich gequält hab ich mich auch nicht. Klar, so eine Halbdistanz ist immer anstrengend und muskulär herausfordernd, aber da geht noch was.

Barcelona sieht mich aber zumindest so schnell nicht mehr wieder. Also den 70.3 Ironman Barcelona mein ich, nicht die Stadt. Von der Stadt hab ich nämlich leider viel zu wenig mitbekommen.

Fehlt nur mehr eines und zwar das DANKE an Mario! Hammer Leistung Junge. Wir können wirklich beide mega stolz sein. Die zwei Wochen mit Zadar und Barcelona waren mega intensiv aber auch extrem genial. Egal wie scheiße die Radstrecke oder das kaputte Teil an deinem Bike auch war, vergessen werd ich die zwei Bewerbe wohl nie! Hut ab vor deiner Leistung! We did it! Freu mich schon auf die nächsten Wettbewerbe!

70.3 Ironman Barcelona

 

 

 

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1 Comment

  • Reply
    Ironman Klagenfurt 2019 - Nur mehr ein Monat Zeit
    7. Juni 2019 at 12:39

    […] Vienna City Marathon im April und in Zadar beim 6. Falkensteiner Punta Skala Triathlon. Die zweite Halbdistanz in Barcelona, innerhalb von sieben Tagen, hat mich ehrlich gesagt nur genervt. Es war zu viel und zu […]

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