Sport

25 Hours in Wien mit neuer Personal Best beim VCM 2019

Vienna City Marathon

Es passiert mir jedes Mal vor einem Wettkampf dass mir die Lust darauf vergeht. Besonders dieser Vienna City Marathon 2019, darauf hatte ich überhaupt keine Lust. Warum? Weil ich, höflich und in “Blogger-Sprache” ausgedrückt, im wahrsten Sinne des Wortes mit einem #Shitstorm zu kämpfen hatte. Ihr lacht jetzt bestimmt, aber vier Tage vor dem Marathon habe ich ernsthaft überlegt gar nicht erst an den Start zu gehen.

Krank so knapp vorm Vienna City Marathon

Am Dienstag in der Woche, fühlte ich mich schon nicht gut. Mittwoch ging ich dann eine Stunde früher von der Arbeit, legte mich um 16.00 Uhr ins Bett und öffnete meine Augen erst wieder um kurz nach halb fünf am nächsten Tag, als der Wecker klingelte. Schnell noch im Bad über der Klomuschel hängend gekotzt, Zähne geputzt, Gesicht gewaschen und ab ging es zur Arbeit. Die Vorzeichen standen also alles andere als gut für Sonntag. Für die Woche waren bis auf Freitag auch noch täglich Trainingseinheiten eingeplant welche ich nur teils teils umsetzen konnte. Körperlich fühlte ich mich so schlapp und ausgelaugt wie schon lange nicht mehr.

Wie soll ich da jemals das Ziel erreichen, geschweige den überhaupt in einer passablen Zeit? Das Ziel schien sprichwörtlich in weiter ferne!

25 Hours Hotel Museumsquartier

Gefreut auf den Trip nach Wien habe ich mich unter anderem auch extrem wegen dem 25 Hours Hotel beim Museumsquartier. Das erste mal dort übernachtet mit Freunden, hab ich vor ungefähr 4 Jahren. Das letzte Mal in Berlin beim Zoologischen Garten im 25 Hours Hotel Bikini Berlin – Blog dazu gibt es übrigens hier – und “derDachboden”, die Bar ganz oben überm Hotel, gehört sowieso zu einem meiner Lieblingslokale in Wien!

Gut, der Magen hat sich bis Samstag also wieder etwas beruhigt und Mario und ich machten uns nach einer kurzen Laufeinheit – “Vorbelastung”  – auf den Weg nach Wien. Startnummern holten wir ab und dann hieß es eigentlich einfach nur mehr abwarten und Tee trinken. Den gabs dann am nächsten Tag beim Frühstück aber auch nicht, sondern Kaffee, etwas Müsli und Nüsse. Buffets in Hotels sind ja prinzipiell immer extrem gut, wie ich finde, aber zumindest am Sonntag konnten wir dieses nicht zur Gänze ausnutzen. Wie das so ist mit vollem Magen vor dem Lauf, ist euch ja vielleicht noch von meinem Blog zum Graz Marathon 2018 – meinem letzten Marathon über 42,2 km übrigens – in Erinnerung geblieben.

Startschuss ohne Booster

Viel Zeit durften wir nach dem Frühstück nicht verlieren, den um 09.00 Uhr viel der Startschuss zum Vienna City Marathon 2019. Für uns zumindest. Die Profis starteten glaube ich so gegen 08.58 Uhr. Vor dem Vienna City Marathon stand für Mario und mich noch eine kleine Aufwärmeinheit von 18 Minuten am Plan. Ungewohnt eigentlich, den so wirklich aufgewärmt – also laufend – hab ich mich noch nie. Höchstens Arme gekreist oder so. Warum nicht? Keine Ahnung. Hätte ich vielleicht wirklich schon früher mal machen sollen. Egal. Beim Vienna City Marathon 2019 gabs diesbegzüglich die Premiere. In meiner linken Hand hatte ich währenddessen meinen Shaker, gefüllt mit dem schrecklich schmeckenden, aber, wie ich finde, hoch-effizienten Booster von Foodspring. Sorry Foodspring, ihr werdet mich wohl eh nie sponsern und ich kauf mir das Zeugs eh trotzdem, aber es schmeckt wirklich eckelig. Egal, ich finde es hilft. Wer nun wissen will von welchem Produkt ich spreche, ich verlinke es euch hier! Sagt dann aber nicht, dass ich es euch nicht gesagt habe. Gut, den Booster hatte ich zwar dabei, getrunken habe ich ihn dann schlussendlich aber nicht. Ich hatte doch noch immer ein ungutes Gefühl im Magen und wollte durch das grausliche Gesöff nichts riskieren. Zudem hatte ich auch vier Stück Energy-Gels dabei. Die machen mir grundsätzlich zwar nichts aber naja, you never know. Oft ist dann doch less risk more fun. Gut, genug mit den Sprüchen, ihr wollt ja bestimmt wissen wie es mir dann schlussendlich ergangen ist, oder?

Schneller Start und Geschwindigkeit halten

Vom Start weg volles Tempo. Naja hilft ja nix, wer sein Ziel erreichen muss, der muss Gas geben dachte ich mir. Ziel für mich, war es, dass ich unter den 3 Stunden 20 Minuten und 23 Sekunden ins Ziel einlaufe. Letztes Jahr hab ich mein Ziel ja eben um knapp 23 Sekunden verfehlt. Meine Trainerin – Nathalie Birli von Personal Peak – Blog gibt es hier – meinte zwar, dass 2:59:21 möglich wären, aber dieses Vertrauen dass zu schaffen, hatte ich nicht so wirklich. Soll heißen ich hab da in gewisser Art und Weise selbst nicht geglaubt dass ich es schaffen könnte. Worüber ich mich extrem gefreut hätte, wäre eine Zeit unter 3 Stunden 10 Minuten gewesen. Um die Zeit zu erreichen, darf man aber auch nicht wirklich trödeln.

Ebenso kann ich aus Erfahrung sagen, dass mir die Puste im wahrsten Sinne des Wortes immer hintenraus ausgeht. Ich also zum Schluss immer langsamer werde. Das ist zwar nicht so außergewöhnlich aber für meinen Kopf sehr wichtig. Ich weiß, dass ich also am Anfang Gas geben muss um zum Ende hin etwas Puffer zu haben.

Im Schnitt benötige ich eine 4:15er Pace um knapp unter 3 Stunden zu bleiben. So viel war mir klar. Aufgrund der Tatsache, dass so ein Massenstart wie beim Vienna City Marathon einfach irre ist, ist dieses Vorhaben aber leider gar nicht mal so einfach. Gestartet sind wir in Block 2. Nächstes Jahr starte ich glaube ich in Block 1. Da ist dann schon noch etwas weniger los bzw. kommt man besser weg.

Ein weiteres Zwischenziel von mir war es, die Pace bis zum Halbmarathon gut zu halten und unter den 4:15 zu laufen, sodass ich mir für die zweite Hälfte etwas mehr Zeit lassen kann. Den Halbmarathon muss ich unter 1:30 laufen und schaffte ich auch mit 1:27 h. Puffer also 3 Minuten – hieß für mich so etwas 7 Sekunden pro Kilometer konnte ich theoretisch langsamer laufen. Da ich wusste, dass es aber ab Kilometer 30 eben für mich immer schwer wird, versuchte ich nach dem Halbmarathon die Pace noch so lange wie möglich zu halten. Geschafft hab ich dies das erste mal bei Kärnten Läuft 2018 über die Halbmarathon-Distanz, wo ich durchgehend eine Pace von 4:02 min/km hatte. Vienna City Marathon

 

Noch 12 km – jetzt tut’s weh und macht keinen Spaß mehr

Wie ihr seht, bis Kilometer 28 konnte ich die Pace unter 04.14 halten und darüber war ich mega happy. Ehrlich gesagt, danach wurde es mir einfach zu blöd. Klingt jetzt wie ne Ausrede, ist aber keine. 42,2 Kilometer sind einfach irre lang und naja Spaß macht’s dann irgendwann auch nicht mehr soooo viel. Vor allem der Vienna City Marathon hat die Eigenschaft dass eben ca. bei Kilometer 29 der lange Lauf entlang der Prater Allee beginnt. Zuerst 2-3 Kilometer runter und dann wieder hoch. Danach “nur” mehr ca. 7 Kilometer bis ins Ziel. Einfach extrem zermürbend wenn du siehst wie die schnelleren Läufer schon auf der rechten Seite neben dir wieder hoch laufen und du erst runter musst. Im Kopf hatte ich nur mehr das Ziel vor Augen. Ich wusste, dass ich bis dahin nicht so schlecht unterwegs war und blickte dann auch gar nicht mehr auf die Uhr. Immer erst wenn die automatische Rundenzeit pro Kilometer angezeigt wurde. Dort kontrollierte ich dann aber einfach nur, ob ich nicht zu langsam werde.

Gut, auf den letzten paar Kilometern hab ich dann aber eben auch diese 25 Sekunden liegen lassen. Im Nachhinein ärgere ich mich wieder darüber aber im Moment als ich die Ziellinie sah, war ich einfach nur froh, dass der Vienna City Marathon 2019 nun bald Geschichte war.

Vienna City Marathon

 

Vienna City Marathon

Vienna City Marathon

Mein Fazit

Ich konnte meine persönliche Bestzeit um fucking 20 Minuten verbessern und das ist doch bitte mehr als genial! Während und kurz nach dem Marathon hab ich mich oft gefragt, warum ich dass eigentlich mache. Jetzt, ein paar Tage danach inkl. Ruhe- und trainingsfreiem Tag weiß ich wieder warum. Weil ich es einfach liebe selbst über meine Grenzen zu gehen und Sport verbindet. Egal welche Zeit und wie weit ich gelaufen bin, es war wieder ein super Wochenende in Wien. Mario auch auch mega gut performt und ne super Zeit hingelegt! Wir konnten demnach sehr zufrieden nach Hause fahren!

Schon krass wie sehr man sich entwickeln kann, wenn man nur hart genug an sich arbeitet! A bissl bin i wohl auch stolz auf mich. Auch wenn das Wetter am Sonntag nicht so schön war und die Wolken den Himmel verdeckten, hab ich oft nach oben geschaut. Bei meinen Wettbewerben denke ich immer sehr oft an meine verstorbene Oma und sag ihr immer, sie soll mir Kraft geben und mich gesund ins Ziel bringen.  Ich weiß dass sie auch dieses mal wieder dabei war und ohne sie hätte ich es nicht geschafft!

Danke Oma!

Ps.: Das Frühstück im 25 Hours Hotel beim Museumsquartier war übringes genial. Es gab 3 Kilo Eierspeise und 2 Kilo Speck für mich! Lecker!

Vienna City Marathon

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3 Comments

  • Reply
    Harte Arbeit zahlt sich aus - Alles ergibt einen Sinn!
    16. April 2019 at 8:11

    […] Dass sich harte Arbeit bezahlt macht, habe ich vor zwei Wochen beim Vienna City Marathon gemerkt. Dass ich nicht langsam bin, haben “die Anderen” auch bereits bei Kärnten Läuft 2018 bemerkt als ich nach 1:25 h über die Halbmarathon Distanz im Ziel war. Viele erstaunte Gesichter kamen nach mir ins Ziel und sahen mich dann eben schon hinter der Ziellinie stehen. Tja, lief ganz gut. Ganz gut lief es eben auch beim Vienna City Marathon 2019 – den detaillierten Rennbericht, findet ihr hier. […]

  • Reply
    4 Monate Training nach Plan und noch 2 bis Klagenfurt | Der Steira
    2. Mai 2019 at 14:53

    […] und sorry, aber das tun sie derzeit gerade. Sie verbessern sich. Ihr wollt ein Beispiel? -> Wien Marathon 2019 Wem ich das nun zu verdanken habe? Nein, nicht ausschließlich mir selbst sondern zu einem sehr […]

  • Reply
    Ironman Klagenfurt 2019 - Nur mehr ein Monat Zeit
    6. Juni 2019 at 13:00

    […] sportlich gesehen so lala. Ich fühl mich nicht fit. Fit gefühlt hab ich mich beispielsweise beim Vienna City Marathon im April und in Zadar beim 6. Falkensteiner Punta Skala Triathlon. Die zweite Halbdistanz in […]

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